Spielarten und Spielertypen

Poker Spielarten und Spielertypen
© Photographer: Tuplinstudio | Agency: Fotolia.com
Beim Poker treffen Menschen auf einander, folglich stehen sich verschiedene Charaktere gegenüber. Jeder von ihnen verhält sich in verschiedenen Situationen anders. Beim Poker geht es auch darum, seinem Gegner ein bestimmtes System zuordnen zu können. Ein guter Spieler lässt sich nicht in die Karten schauen, dennoch haben sich durch unzählige Blätter und Meinungen vieler Profis ein paar Strukturen gebildet, denen man Beachtung schenken sollte. Nach diesen Spielarten und Spielverhalten kann man beim Poker seine Gegner grob kategorisieren und entsprechende Strategien entwickeln.
Spielarten
Unter den verschiedenen Spielarten versteht man die Anzahl der gespielten Hände. Wie oft ein Spieler sich den Flop angesehen hat, bestimmt wie tight oder loose er spielt. Tight bedeutet nur wenige und gute Hände, loose steht für viele Hände, schlechte wie gute. Es kann auch sein, dass ein looser Spieler nur gute Hände spielt, aber seine Position zum Gegner nicht beachtet.
Spielverhalten
Bei den Spielverhalten ist es wie im richtigen Leben, es gibt Zurückhaltung und Aggression. Wer den Mut hat und die Aggression am Tisch bestimmt, wird in den meisten Fällen auch als Sieger hervor gehen, sofern er nicht blind drauf los wettet. Aggressive Spieler nutzen also ihre Möglichkeiten mit vollem Potential aus. Sie neigen auch zum Bluffen, sofern sie nicht tight spielen. Passive Spieler sind zumeist verängstigt und wissen mit schwierigen Situationen oft nichts anzufangen. Sie wehren sich z.B. nicht gegen einen Bluff, selbst wenn sie wissen, dass ihr Gegner so spielt.
Spielertypen
Aus den Spielarten und den Spielverhalten formen sich 4 verschiedene Spieltypen, zwischen denen aber Welten liegen. Manchen dieser Typen werden spezielle Namen zugeordnet und für jeden braucht man eine andere Strategie um sich erfolgreich gegen ihn behaupten zu können.
Tight-Aggressiv
Der tight-aggressive Spieler hält sich strikt an seine Chancen und geht kein unnötiges Risiko ein. Er jagt keinen Draws hinter her, wenn seine Odds es nicht zulassen. Wegen seiner konsequenten Spielweise wird er auch als "the Rock", also der Fels, bezeichnet. Wenn dieser Spielertyp wettet, ist Vorsicht geboten. Er wird in fast allen Fällen eine starke Hand haben. Geht er nur mit, dann hat er mit hoher Wahrscheinlichkeit die Nuts und möchte seinen Gegner für sich wetten lassen. Der Fels lässt sich aber auch schnell zum Folden bewegen, in dem man gegen ihn wettet. Entweder schmeisst er weg oder wird erhöhen, um seinen Gewinn zu maximieren.
Tight-Passive
Der tight-passive Spieltyp verhält sich fast genauso wie der tight-aggressive, nur wettet er leider nicht auf seine guten Hände. Manche Spieler wollen einfach kein unnötiges Risiko eingehen und hohe Wetten verängstigen sie sehr schnell. Sie werden in der Regel nicht wetten, aber dafür viel callen, wenn sie etwas getroffen haben. Aus diesem Spielertyp ist leider das wenigste Geld heraus zu bekommen, weil er sehr selten wettet und erst recht nicht an Erhöhungen denkt. Dafür ist er auch der ungefährlichste Typ, sofern man nicht einfach alles wettet ohne seine Calls zu beachten.
Loose-Aggressiv
Beim loose-aggressiven Spieler handelt es sich um einen Spieler, den alle Gegner fürchten. Mit dieser Spielweise lassen sich grosse Gewinne einfahren. Dafür benötigt man aber eine hohe Auffassungsgabe und muss seine Gegner sehr genau kennen. Dieser Spielertyp zielt genau auf die Schwächen seiner Mitspieler ab. Checkt jemand, dann sieht er es als Schwäche. Wettet jemand nur das Minimum, dann erhöht er und verbreitet Angst am Tisch. Er muss auch nicht auf gute Hände warten, er lässt es so aussehen, als hätte er einen Treffer nach dem Anderen. Er spielt mehr als die üblichen 30% und versucht viele Chancen zu nutzen. Achtet er aber nicht auf seine Gegner, so können sie ihn schnell in die Falle locken. Dann bezahlt er bis zum River und sieht sich dann den Nuts gegenüber. Hohe Gewinne und Verluste stehen bei diesem Spieler sehr nahe bei einander. Für sein teilweise verrücktes Spielverhalten wird er auch als "Maniac" oder "Bully" bezeichnet.
Loose-Passiv
Der wohl schwächste Spielertyp ist der loose-passive Pokerspieler. Er sieht in so ziemlich jeder Hand eine Chance, auch wenn das Verhältnis seiner Odds zum möglichen Gewinn noch so gering ist. Trifft er dann einmal eine gute Hand, dann wettet er nicht darauf. Bei vielen gespielten Händen kassiert er öfter mal einen Pot, weil seine Gegner ihn für schwach halten und wetten. Allerdings verliert er durch seine vielen gespielten Hände die Gewinne schnell wieder. Gegen ihn spielt man am besten sehr solide und man braucht sich nicht grossartig um seine Handstärke Sorgen zu machen. Man sollte mit einer guten Hand auf keinen Fall auf Wetten von ihm warten, sondern die "Callingsstation" nach seinen Möglichkeiten ausnehmen.
Das waren nun im Groben die Spielarten, Spielverhalten und Spielertypen. Ein guter Pokerspieler passt sein Verhalten dem Niveau des Tisches an. Er spielt dabei immer genau das Gegenteil der momentanen Action. Wenn ein Tisch sehr tight spielt, dann wettet man etwas mehr und kann so öfter mal die Blinds stehlen. Gegen einen Maniac muss man auf eine gute Hand warten und ihn dann schocken. Neue Spieler am Tisch können das Spielverhalten aller Mitspieler schnell ändern. Deshalb sollte man mit jedem neuen Gegner sein Strategie wieder überdenken.