Poker Einsatzrunden

Poker Einsatzrunden
© Photographer: Thomas Ebeling | Agency: Fotolia.com
Beim No Limit Holdem Poker und allen artverwandten Varianten gibt es immer wieder 4 Einsatzrunden (auch Wettrunden, Bietrunden oder Spielrunden genannt). In jeder einzelnen Phase einer Einsatzrunde muss man sich viele Fragen stellen deren Antworten das weitere Verhalten bestimmen. In diesem Artikel werden die einzelnen Phasen dargestellt und einige Überlegungen dazu geäussert.
Pre-Flop
Jede Spielrunde beginnt mit dem Pre-Flop, vom Moment des Karten Aufhebens bis zur Entscheidung für call, fold oder raise. Für tighte Spieler stellt sich hier immer zunächst die Frage, wie wertvoll die eigene Hand ist. Monster werden immer gespielt, suited connectors, wenn viele Spieler vor einem mit gegangen sind, kleine Pärchen möchte man nur mit einem Minimum zum Flop bringen. Die meisten Starthände sind sowieso nur für den Muck bestimmt. Für einen loose-aggressive Spieler stellt sich zudem die Frage, ob er mit einer schlechten Starthand dennoch gegen die anderen Spieler bestehen kann. Für gewöhnlich hört man auf dem Pre-Flop die wenigsten All-Ins und sollte nachdem man seine eigene Hand kennt, seine Gegner ins Auge nehmen. Vielleicht lassen sich hier schon Anzeichen für starke oder schwache Karten erkennen.
Flop
Hat man sich dann entschieden den Flop sehen zu wollen, beginnt der Hauptteil der Einsatzrunde. Mit einem Mal werden 60% des Boards aufgedeckt, und man erhält viele Informationen auf einmal. Habe ich etwas getroffen? Was habe ich getroffen und wie gut stehe ich damit da? Wie reagieren die verbliebenden Gegner auf den Flop? Was werde ich nun mit meiner Hand tun? Auf dem Flop trennt sich die Spreu vom Weizen. Sollte es noch weiter gehen, dann höchsten mit zwei bis drei Spielern. Möchte man mit gehen, dann sollte man die womöglich steigenden Wetten beachten. Draws stellen sich dann sehr oft als unrentabel heraus, und man sollte ihnen nicht weiter hinter her jagen.
Turn
Auf dem Turn bekommt man eine zusätzliche Karte. Wenn man nun seinen Draw noch nicht getroffen hat, verbleibt nur eine weitere Karte. Beim Limit Poker muss beachtet werden, dass nun die Wetteinsätze verdoppelt werden. Deshalb wird auf dem Turn mehr gefoldet, weil sich die Pot Odds vierteln. Zum einen halbiert sich die Chance durch nur noch eine weitere Karte, und sie halbiert sich noch einmal durch die doppelte Wetthöhe.
River
Auf dem River entscheidet sich dann alles. Ein Bluff hat hier die geringste Wirkung, weil alle Informationen offen liegen. Es kommt keine weitere Karte ins Spiel die die eigene Hand noch verbessern könnte. Hier wird entweder gefoldet, weil sich die Handstärke nicht mehr rentiert oder es kommt zum Showdown. Ein Showdown mit schlechten Karten bringt zwar Informationen über die gegnerische Hand, lässt einen aber den anderen Spielern gegenüber schlecht dastehen. Das kann natürlich Teil einer Strategie sein, um seine Mitspieler glauben zu lassen, dass man schwache Karten bis zum Ende durch zieht.
Jede Hand und vor allem jede Phase einer Einsatzrunde muss immer wieder mit denselben Gesichtspunkten betrachtet werden. Wie stark ist meine Hand und wie stark die des Gegners, oder was glaube ich über seine Stärke zu wissen, und was wird der Gegner wohl von mir denken? Dazu kommen die Chancen und das Verhältnis der Wetten zur Potgrösse.